2017 verabschiedete die Regierung ein neues Gesetz zur Verringerung der Lohnungleichheit zwischen Den Geschlechtern, das es dem Einzelnen ermöglicht, Informationen über die Lohnkriterien in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten anzufordern. Außerdem sind private Arbeitgeber (Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten) verpflichtet, Berichte über die Lohnstruktur und Lohngleichheit in ihrem Unternehmen zu erstellen. Die Wirksamkeit dieser Verordnung wird derzeit von der Bundesregierung bewertet. Erste Ergebnisse der WSI-Betriebsratsumfrage 2018 (Baumann et al., 2019) deuten auf nur geringe Auswirkungen des neuen Gesetzes hin. Aufgrund der außergewöhnlichen Umstände einigten sich die Verhandlungsparteien auf vorübergehende Änderungen der jetzt geltenden Bestimmungen des Tarifvertrags. Die Änderungen gelten für eine Verkürzung der Kündigungsfrist, die Meldung von Krankheitsurlaub, das Recht auf Betreuung eines kranken Kindes unter 10 Jahren und die Abweichung von den Fristen des Gesetzes über die Zusammenarbeit innerhalb von Unternehmen. Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den vorübergehenden Änderungen der Tarifverträge für Hotel-, Gaststätten- und Freizeitangebote. Viele Tarifverträge enthalten so genannte Öffnungsklauseln, die unter verschiedenen Umständen eine Abweichung von Tarifverträgen zulassen. Der genaue Anteil dieser Klauseln ist unbekannt. Es gibt kein Jahr, in dem es keine solchen Klauseln gab. Nach den jüngsten Zahlen des Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Thema “Hotel und Gaststätten und sonstige Dienstleistungen” waren 2010 rund 34 Prozent der Betriebe mit fünf und mehr Beschäftigten in Westdeutschland und 12 Prozent in Ostdeutschland von branchenübergreifenden Tarifverhandlungen betroffen (2009: 34 % bzw.

13 %). Weitere 1 % der Betriebe in Westdeutschland und 2 % der Betriebe in Ostdeutschland waren durch Tarifverträge auf betrieblicher Ebene abgedeckt (2009: 1 % und 1 %). Der Bundesverband der Systemgastronomie( BdS, gegründet 1988 von den Systemcaterern McDonald es Deutschland und Burger King, ist der Arbeitgeber- und Gewerbeverein der Systemcaterer. Nach Angaben des BdS hat der Verband rund 700 Mitgliedsunternehmen mit rund 100.000 Mitarbeitern in rund 2.500 Betrieben. Die Mitgliedschaft steht Franchisenehmern offen, die als unabhängige Unternehmer auftreten. Die Mitgliedschaft ist daher von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Der BdS schätzt, dass es 60 % der Unternehmen und 80 % der Beschäftigten in der Systemgastronomie ausmacht. Das vorherrschende Merkmal der Tarifverhandlungen in Deutschland sind sektorale Tarifverhandlungen, und Vereinbarungen werden in der Regel auf regionaler Ebene abgeschlossen. Nach Erhebungsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind Vereinbarungen mit einem Arbeitgeber von untergeordneter Bedeutung und ihr Anteil in den letzten Jahren nur leicht gestiegen. Die Beziehungen zwischen den Verhandlungsparteien in der Branche beschränken sich weitgehend auf die klassischen Fragen der Bezahlung und Arbeitszeit.

Die institutionalisierte Zusammenarbeit – sei es in Form von Tarifverhandlungen oder in Form von Betriebsräten – ist begrenzt. Die Sonntagsarbeit ist unter Art.